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Vicco von Bülow - * 12. November 1923 - † 22. August 2011

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Leben in Daten

1923: am 12. November, geboren als Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow in Brandenburg an der Havel
1940: Filmdebüt in einer Nebenrolle in "Friedrich Schiller - Der Triumph eines Genies"
1950: erster Job als Cartoonist beim Hamburger Magazin "Die Straße"
1951: Heirat mit verlobten Rose-Marie Schlumbom
1954: erster eigener Cartoonband unter dem Titel "Auf den Hund gekommen" veröffentlicht
1962: Gestaltung des ersten Titelblattes der deutschsprachigen Satirezeitschrift "pardon"
1972: neun Wochen an der Spitze der deutschen Hitparade mit Zeichentrick-Hund Wum und dem Lied "Ich wünsch' mir 'ne kleine Miezekatze"
1976: sechsteilige Fernsehserie "Loriots sauberer Bildschirm", mit bis heute populären Sketchklassikern, wird ausgestrahlt
1988: erster eigener Spielfilm, "Ödipussi", kommt in die Kinos
2003: letzter Auftritt als Darsteller in dem TV-Musical "Leonard Bernstein: Candide"
2006: Rückzug aus dem zu schnelllebig gewordenen Fernsehen
2011: am 22. August, gestorben an Altersschwäche, in Ammerland am Starnberger See
Pappa Ante Portas mit Vicco von Bülow können Sie unter www.amazon.de käuflich erwerben. Einfach das Bild anklicken.
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Privatleben

Vicco von Bülow wurde als Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow, am 12. November 1923 in Brandenburg an der Havel, als erstgeborener Sohn, geboren. Er war der Sohn von Johann-Albrecht von Bülow (1899-1972), einem Polizeimajor. Seine Mutter war Charlotte von Roeder (1899-1929). Vicco wurde am 30. Dezember 1923 in der brandenburgischen St.-Gotthardt-Kirche getauft. Sein jüngerer Bruder hieß Johann Albrecht.

Die Familie von Bülow ist ein altes mecklenburgisches Adelsgeschlecht und fand erstmals 1154, bei der Grundsteinlegung des Ratzeburger Doms, Erwähnung.

Vicco von Bülow und sein Bruder Johann Albrecht wuchsen ab 1927 bei ihrer Großmutter und Urgroßmutter in Berlin auf.

Ihre Eltern ließen sich 1928 in Gleiwitz, eine damalige Stadt in Schlesien, scheiden. Der Vater heiratete 1932 erneut und holte seine Söhne 1933 wieder zu sich.

1938 zog die neue Familie nach Stuttgart. Vicco besuchte dort das humanistische Eberhard-Ludwigs-Gymnasium und verließ es als 17 Jähriger, 1941, mit einem Notabitur.

So wie es in der Familientradition der von Bülows Brauch war, begann auch Vicco von Bülow eine Offizierslaufbahn. Dabei war er während des 2. Weltkrieges mit der 3. Panzerdivision drei Jahre an der Ostfront im Einsatz und beendete seine Soldatenlaufbahn als Oberleutnant. Sein Bruder fiel am 21. März 1945 bei Gorgast im Oderbruch, an der heutigen deutsch polnischen Grenze gelegen.

Zurück im Zivilleben ging er gleich zum Lernen über und legte 1946 im niedersächsischen Northeim sein Abitur ab.

Viccos Vater legte ihm nahe, ein Studium zu beginnen. Daraufhin studierte er von 1947 bis 1949 Malerei und Grafik an der Kunstakademie (Landeskunstschule) in Hamburg. Nach seinem Studium fing er zunächst als Werbegrafiker an zu arbeiten, danach wurde er Cartoonist, unter anderem für die Zeitschrift Stern.

1951 heiratete er seine verlobte Rose-Marie (geb. Schlumbom). 1954 kam Tochter Bettina und 1958 Tochter Susanne auf die Welt.

1963 zog Vicco von Bülow mit seiner Familie ins oberbayrische Ammerland-Münsing, in die Nähe des Starnberger Sees.

Er liebte zeit seines Lebens die klassische Musik und die Oper, durch die er durch familiäre Beziehungen, mit Hans von Bülow, einem entfernten Verwandten und ersten Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker, verbunden war. Aus diesen Gründen durfte er 1982 das "humoristische Festkonzert" zum 100. Geburtstag der Berliner Philharmoniker dirigieren.

1993 wurde von Bülow zum Ehrenbürger der Ammerland-Münsinger Dorfgemeinschaft ernannt. Er galt als angesehenes Mitglied der Einwohnerschaft und zeigte seine Verbundenheit ihnen gegenüber unter anderem durch ehrenamtliche Tätigkeiten.

Im August 2004 wurde aus Protest gegen die Rechtschreibreform in München der Verein "Rat für deutsche Rechtschreibung e. V." gegründet. Vicco von Bülow gehörte diesem Verein als Ehrenmitglied an.

In seinem Beisein fand am 19. September 2009 in seinem Geburtsort, in Brandenburg an der Havel, die feierliche Übergabe der restaurierten Nordkapelle der St.-Gotthardt-Kirche statt. Es wurde zuvor von der Stadt Brandenburg zu einer Spendenaktion aufgerufen, um ihm die Restauration seiner Taufkapelle, zu seinem 85. Geburtstag, zum Geschenk machen zu können.

Im Mai 2011 feierte Vicco von Bülow mit seiner Frau Romy und seiner Familie diamantene Hochzeit (60 Jahre).

Karriere

Bereits im Alter von 17 Jahren sammelte Vicco von Bülow seine ersten Erfahrungen als Schauspieler. 1940 besetzte er eine kleine Nebenrolle als Page, in dem deutschen Filmdrama "Friedrich Schiller - Der Triumph eines Genies", welches auch gleichzeitig sein Filmdebüt war.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges schloss er sein Abitur ab und ging nach Hamburg, um dort an der Kunstakademie (Landeskunstschule) von 1947 bis 1949 Malerei und Grafik zu studieren.

Direkt nach seinem Studium erfand von Bülow seine charakteristischen Knollennasenmännchen und begann ab 1950 für das Hamburger Magazin "Die Straße" als Cartoonist zu arbeiten.

Anschließend arbeitete er bei der Wochenzeitschrift "Stern". Zu dieser Zeit fing er auch an, den Künstlernamen Loriot zu verwenden, elchen er aus dem Familienwappen der von Bülows entnahm. Der Loriot ist die französische Bezeichnung des Pirols, einem Singvogel, der vor allem im Norden und Westen Eurasiens verbreitet ist.

Des Weiteren arbeitete Loriot auch für "Weltbild" und der deutschen Illustrierten "Quick".

Von Bülow suchte einen Verlag, der an der Veröffentlichung seiner Zeichnungen interessiert war. Von diversen deutschen Verlagen wurde er abgewiesen. Erst der Schweizer Diogenes Verlag zeigte Interesse und sagte zu. Dort erschien 1954 sein erster eigener Cartoonband, "Auf den Hund gekommen". Während seiner gesamten Karriere wurden es über 250 Veröffentlichungen.

Im schauspielerischen Bereich hatte Loriot in Bernhard Wickis Filmdrama "Die Brücke" (1959) eine kleinere Rolle als Stabsfeldwebel inne. Auch in dem dreistündigen Kriegsfilm "Der längste Tag" (1962) war er zu sehen.

1962 erhielt er den Auftrag das Titelblatt der ersten Ausgabe der deutschsprachigen Satirezeitschrift "pardon" zu gestalten.

Ab 1967 moderierte Vicco von Bülow für das Erste Deutsche Fernsehen (ARD) die Fernsehsendung "Cartoon". Zusätzlich gestaltete er die Sendung auch als Autor und Co-Regisseur mit. Seine anfänglich nur reine Moderation wurde nach und nach zu einem eigenständigen humoristischen Element der Sendung. Auch wurden von ihm erstellte Zeichentrickfilme gezeigt.

Für die ZDF-Quizshow "Drei mal Neun" schuf er 1971 den Zeichentrick-Hund Wum. Wum war das Maskottchen für die Aktion Sorgenkind und wurde auch von Loriot selber gesprochen. Ab Weihnachten 1972 war Wum mit dem Titel "Ich wünsch' mir 'ne kleine Miezekatze" für neun Wochen an der Spitze der deutschen Hitparade. Auch hier gab von Bülow seiner Kreation wieder seine Stimme in Form eines Sprechgesangs. Bis in die 1990er Jahre blieb der Hund dem Fernsehen erhalten. Er war zusammen mit dem Elefanten Wendelin und dem außerirdischen Blauen Klaus als Pausencartoon in der Quizsendung "Der große Preis" zu sehen.
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1974, nach dem Ende der Fernsehsendung "Cartoon", produzierte Radio Bremen die Sendung "Loriots Telecabinet", eine Sondersendung anlässlich des Besuches der englischen Königin.

1976 entstand die sechsteilige Fernsehserie "Loriots sauberer Bildschirm", in der gezeichnete als auch selbst gespielte Sketche zum Tragen kamen. Die in der Folgezeit immer populärer gewordenen Sketche spielte Loriot oftmals zusammen mit der Schauspielerin Evelyn Hamann.

Seiner besonderen Liebe zur klassischen Musik und der Oper war es zu verdanken, dass er 1982 das "humoristische Festkonzert" zum 100. Geburtstag der Berliner Philharmoniker dirigieren durfte. Aber auch als Theaterregisseur war Vicco von Bülow tätig. Er inszenierte die Opern "Martha" in Stuttgart und "Der Freischütz" in Ludwigsburg.

1983, zu seinem 60. Geburtstag produzierte Radio Bremen die ARD-Sendung "Loriots 60. Geburtstag".

1988 war es dann so weit. Loriot drehte seinen ersten eigenen Kinofilm, die Komödie "Ödipussi". Er war nicht nur der Hauptdarsteller des Films, sondern auch der Autor und Regisseur. So auch bei seiner nächsten Filmkomödie "Pappa ante Portas" (1991). In beiden Filmen wurde die weibliche Hauptrolle durch Evelyn Hamann besetzt.

2003 beendete er seine Karriere als Darsteller in dem TV-Musical "Leonard Bernstein: Candide".

Im April 2006 gab von Bülow bekannt, dass er sich aus dem ihm zu schnelllebig gewordenen Fernsehen zurückzuziehen werde, da er daraus keine humoristische Qualität mehr erzielen könne.

Von November 2008 bis März 2009 fand anlässlich seines 85. Geburtstages im Filmmuseum Berlin die bislang größte Ausstellung zu seinen Werken statt.

Im Januar 2011 erschienen Wohlfahrtsmarken mit Motiven, unter anderem aus Loriots Zeichentrickfilmen "Das Frühstücksei" und "Herren im Bad".

Tod

Vicco von Bülow (Loriot) - Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin Vicco von Bülow, alias Loriot, starb in der Nacht vom 22. August 2011 im Kreise seiner Familie, in seinem Haus in Ammerland-Münsing am Starnberger See. Er verstarb an Altersschwäche und wurde 87 Jahre alt.

Mitgeteilt wurde diese Information im Auftrage seiner Familie vom Diogenes Verlag in Zürich, unter dem er seit 1954 seine Bücher veröffentlichte.

Am 30. August 2011 teilte der Diogenes Verlag mit, dass von Bülow auf dem Waldfriedhof Heerstraße, einem Prominentenfriedhof in Berlin-Charlottenburg, beerdigt worden war. Auf Geheiß seiner Familie wurde der Termin für
die Trauerfeier nicht bekannt gegeben. Die Beerdigung fand in aller Stille, im engsten Familienkreis, statt.

Filmpreise und Auszeichnungen

1968: Adolf-Grimme-Preis
1973: Adolf-Grimme-Preis in Silber
1973: Goldene Europa für seine Figur Wum
1974: Karl-Valentin-Orden
1974: Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland
1978: Goldene Kamera in der Kategorie "Bester Autor, Regisseur und Darsteller"
1979: Deutscher Kleinkunstpreis in der Kategorie "Kleinkunst"
1980: Bayerischer Verdienstorden
1980: Ehrenmitglied des Art Directors Club
1985: Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor
1986: Telestar - Ehrenpreis für Fernsehunterhaltung
1986: Critici in erba - Preis der Kinder- und Jugendbuchmesse Fiera del Libro per Ragazzi in Bologna
1988: Bambi
1988: Ernst-Lubitsch-Preis für sein Gesamtwerk und für die Filmkomödie Ödipussi
1990: Verdienstorden des Landes Berlin
1992: DIVA - Deutscher Entertainment Preis
1993: Bambi
1993: Ehrenbürger seiner Heimatstadt Brandenburg an der Havel und seiner Wahlheimat Münsing
1993: Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste
1995: Bayerischer Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst
1996: Goldener Löwe - Ehrenlöwe
1997: Mitglied der Akademie der Künste (Berlin)
1998: Großes Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
1999: Weilheimer Literaturpreis
1999: Oberbayerischer Kulturpreis
2000: DIVA Award - Deutscher Videopreis
2001: Ehrendoktor der Universität Wuppertal
2003: Ehrenmitgliedschaft im Ensemble des Gärtnerplatztheaters, am Staatstheater am Gärtnerplatz in München
2003: Honorarprofessor an der Universität der Künste Berlin
2004: Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache für seinen Anteil an der sprachlichen und kulturellen Einschätzung der Deutschen von sich selbst und von Menschen, die von außen auf die Deutschen schauen
2007: Wilhelm-Busch-Preis für satirische und humoristische Versdichtung
2007: Platz 1 bei der Wahl zum besten Komiker in der ZDF-Sendung Unsere Besten zum Thema "Komiker & Co."
2007: Deutscher Comedypreis - Ehrenpreis
2007: Kultureller Ehrenpreis der Landeshauptstadt München
2009: Ehrenpreis der Deutschen Filmakademie
2009: Sterne der Satire - Walk of Fame des Kabaretts in Mainz
2010: Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin
2010: Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Soziologie

Filmografie

1940: Friedrich Schiller - Der Triumph eines Genies
1957: Haie und kleine Fische
1959: Die Brücke
1961: Das Wunder des Malachias
1962: Der längste Tag (The Longest Day)
1966: Meine Nerven, deine Nerven (Tant qu’on a la santé)
1969: Le grand Amour - Wahre Liebe rostet nicht (Le grand amour)
1975: Carlas Briefe
1982: Wer spinnt denn da, Herr Doktor?
1988: Ödipussi
1991: Pappa ante Portas
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