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Marlon Brando - * 03. April 1924 - † 01. Juli 2004

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Leben in Daten

1924: am 03. April geboren als Marlon Brando Jr. in Omaha, Nebraska, USA
1941: Vater schickt Brando auf die Shattuck Military Academy. Erster Kontakt mit der Schauspielerei. 1943 Rausschmiss aus der Academy.
1943: durch finanzielle Unterstützung der Eltern geht er auf die New School in New York, um an den dort ansässigen Dramatic Workshop teilzunehmen
1944: erster Auftritt am Broadway für eine kleine Rolle in dem Musical I Remember Mama
1945: Tanz- und Trommelunterricht an der Katherine Dunham School of Dance
1949: erste Hauptrolle in dem Film "Die Männer"
1957: Am 11. Oktober, Heirat mit Schauspielerin Anna Kashfi. Scheidung ein Jahr später. Aus der Ehe entstammt Sohn Christian.
1960: am 04. Juni, Heirat mit der mexikanisch-amerikanischen Schauspielerin Movita Castenada. Aus der Ehe gehen zwei Kinder hervor. Scheidung 1967.
1973: Oscar für den Film Der Pate. Auf Grund von Protesten gegen die Unterdrückung der amerikanischen Ureinwohner, nahm Brando nicht an der Verleihung teil.
1989: Comeback mit dem Film Freshman
2000: letzte Filmrolle als alternder Meisterdieb in dem Film The Score
2004: am 01. Juli, Tod durch Lungenversagen im UCLA Medical Center, einem Krankenhaus in Los Angeles.
Dieses Bild von Marlon Brando können Sie unter www.allposters.de, in Form eines Posters käuflich erwerben. Einfach das Bild anklicken.
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Privatleben

Marlon Brando Jr. wurde am 3. April 1924 in Omaha, Nebraska (USA) als jüngstes von drei Geschwistern geboren. Er war ein US-amerikanischer Schauspieler und gilt als einer der bedeutendsten Filmschauspieler des 20. Jahrhunderts.

Sein Vater, Marlon Brando Sr., war eigentlich Ingenieur. Jedoch arbeitete er nach der Geburt seiner Kinder als Handlungsreisender und seit 1930 als Verkaufsmanager. Brando war ein alteingesessener Name in der Region. Die Vorfahren der Familie stammen aus der Pfalz und hießen vor Generationen Brandau. Aufgrund der Namensgleichheit mit seinem Vater, wurde Marlon Brando Jr. von Freunden und Verwandten Bud gerufen.

Die Familie zog 1930 aus Omaha nach Evanston, Illinois. Im Sommer 1936 trennten sich die Eltern vorübergehend. Die Mutter nahm die Kinder und zog mit ihnen zu ihrer Mutter, nach Santa Ana, Kalifornien. Zwei Jahre später kehrten sie zu Ihrem Mann und Vater zurück. Die Familie zog nach Libertyville, einem ländlichen Vorort von Chicago. Dort betrieb sie im Nebenerwerb eine kleine Pferdefarm.

Besondere Aufmerksamkeit muss man der Kindheit und Jugend von Marlon Brando schenken. Hier finden sich Motive wieder, die in seinen frühen Filmen Berühmtheit erlangt haben. Als Beispiel dient das Motiv des jugendlichen Rebellen, hinter dessen aggressiver Macho-Attitüde sich eine verletzliche und verletzte Seele verbirgt.

Die familiären Bedingungen, in denen Brando heranwuchs, waren zwiespältig. Zum einen war da seine Mutter, Dorothy Pennebaker Myers, eine politisch liberale, geistvolle Frau. Sie war ein schauspielerisches Naturtalent. Auf Grund dessen, hatte sie die künstlerische Entwicklung ihrer Kinder stark stimuliert. Dorothy hingegen, konnte sich wegen ihren familiären Bindungen nur zeitweise schauspielerisch betätigen. Marlon und seine ältere Schwester ergriffen daraufhin den Schauspielerberuf. Frances, das mittlere Kind, studierte Malerei.

Beide Eltern waren jedoch alkoholkrank und vertrugen sich daher nicht so gut. Sie hatten auch zahlreiche außereheliche Affären. Die Mutter Dorothy unternahm mehrere Suizidversuche. Aus diesem Grund wurden die Kinder oft vernachlässigt. Das Resultat daraus war, dass der junge Brando ein introvertierter, unangepasster, schlechter Schüler war, der jeglicher Autorität mit übermäßiger Aggression begegnete.

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Die häusliche und schulische Situation spitzte sich immer weiter zu, so dass der Vater seinen Sohn aus der High School nahm und im September 1941 zur Shattuck Military Academy in Faribault, Minnesota schickte. Hier sollte Brando nach dem Willen seines Vaters, die letzte Chance für bessere Noten erhalten. Diese Hoffnungen erfüllten sich nicht. Brando fand in seinem Englischlehrer Earle Wagner einen Mentor. dadurch, dass er die Theatergruppe der Akademie leitete, erkannte die schauspielerische Begabung des Siebzehnjährigen. Durch die starre Disziplin der Einrichtung fühlte Brando sich jedoch zu einer Widersetzlichkeit herausgefordert, die dazu führte, dass er die Academy im Mai 1943 ohne Schulabschluss verlassen musste.

Marlon Brando hatte viele kurze und langjährige Affären mit Frauen. Darunter befanden sich unter anderem Marilyn Monroe, Joanne Woodward, Pier Angeli und France Nuyen. Nach eigener Auskunft hatte Brando auch Affären mit Männern.

Er hatte aber auch dauerhafte Beziehungen, wie mit Stella
Adlers Tochter Ellen und den Schauspielerinnen Rita Moreno und Jill Banner. Am 11. Oktober 1957 heiratete er die Schauspielerin Anna Kashfi, die jedoch bereits ein Jahr später die Scheidung einreichte. Im Mai 1958 wurde Sohn Christian geboren, bei dem sich beide um das Sorgerecht bis zum Jahr 1974 stritten.

Am 4. Juni 1960 heiratete Brando die mexikanisch-amerikanische Schauspielerin Movita Castenada, die im Juni 1967 die Scheidung einreichte. Während der Ehe wurden zwei Kinder, Sergio, genannt Miko und Rebecca geboren, deren Vaterschaft jedoch strittig ist. Brando war unter anderem 43 Jahre lang mit der polynesischen Tänzerin Tarita Tumi Teriipaia zusammen. Diese Beziehung hielt bis zu seinem Tod. Daraus gingen zwei Kinder, Teihotu und Cheyenne hervor.

Weitere drei Kinder, Ninna Priscilla, Myles Jonathan und Timothy Gahan hatte er mit seiner guatemaltekischen Haushälterin Cristina Ruiz zusammen. Mit den Maskenbildnern Phil und Marie Rhodes, dem Filmproduzenten George Englund und den Schauspielern Wally Cox und Christian Marquand, verband ihn über Jahrzehnte hinweg eine enge Freundschaft.

Seit 1967 befand Marlon Brando sich im Besitz des bei Tahiti gelegenen Atolls Tetiaroa, dessen Schönheit er Ende 1960 während der Dreharbeiten zu "Meuterei auf der Bounty" entdeckt hatte. Er wollte auf der Inselgruppe eine Kolonie für Künstler und Intellektuelle, eine Hummerfarm und eine Hotelanlage einrichten und verfolgte diesen Plan mit einem großen Aufwand an Engagement und Geld. Leider erwiesen sich diese Pläne Mitte der 1970er Jahre jedoch als undurchführbar. Ein weiteres großes Hobby von Brando war der Amateurfunk, welchem er viel Zeit widmete.

Am 16. Mai 1990 ereignete sich in Brandos Haus in Beverly Hills ein Vorfall, der das schwerste Ereignis in Marlon Brandos persönlichem Leben war. Sein Sohn Christian verübte einen Totschlag am Freund seiner schwangeren Tochter Cheyenne. Cheyenne, bei der kurze Zeit später Schizophrenie festgestellt wurde, erhängte sich 1995. Christian starb am 26. Januar 2008 an einer Lungenentzündung.

Brando war auch politisch aktiv. Sein Engagement galt zunächst der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Im Sommer 1963 organisierte er gemeinsam mit einigen anderen Schauspielerkollegen wie Paul Newman und Burt Lancaster die Arbeit der Bürgerrechtsaktivisten, die Martin Luther King und die von ihm geführte Southern Christian Leadership Conference in Hollywood unterstützen sollten. Er sammelte Spendengelder für die Bürgerrechtsbewegung, wobei ihm seine Prominenz dabei von Vorteil war. Er setzte sich für eine umfassende Reformierung des Fernseh- und Filmgeschäfts mit dem Ziel ein, dass Farbige und Angehörige anderen Minderheiten in Hollywood gleichberechtigte Arbeits- und Selbstdarstellungsmöglichkeiten bekamen. Brando bekannte sich zu Martin Luther Kings Prinzip der Gewaltlosigkeit und schloss sich nach der Erschießung Robert Kennedys u. a. einem Komitee von Hollywood-Schauspielern an, das sich für Waffenkontrolle einsetzte.

Parallel seines Engagements in der Bürgerrechtsbewegung, fand auch der politische Kampf der Indianer seine Aufmerksamkeit und sammelte auch hier Spendengelder um auf einige ihrer politischen Aktionen aufmerksam zu machen.

Der Protestaktion des American Indian Movement (AIM), die in der bitterarmen Pine-Ridge-Reservation gelegene Ortschaft Wounded Knee besetzten, konnte Brando im Februar 1973 ein weltweites Aufsehen verschaffen, indem er mit Hinweis auf diese Ereignisse den Oscar ablehnte, den er für den Film "Der Pate" erhalten sollte.

Ende Januar 1975 nahm Brando an der Protestaktion einer Gruppe von Menominee-Indianern teil, die seit dem Neujahrstag in Gresham, Wisconsin ein Alexianer-Kloster besetzt hielten. Während dieser Aktion geriet er mit den gewalttätigen Besetzern, die er hatte unterstützen wollen, in Konflikt und wurde in seinem Engagement so desillusioniert, dass er sich von 1976 an allmählich aus den Aktivitäten des AIM zurückzog.

Im Frühjahr 2004 stand Brando für einen Film in Verhandlung, in dem er sich selber als jungen Tunesier, der seinem amerikanischen Traum nachjagt, spielen sollte. Dieses Vorhaben konnte nicht mehr verwirklicht werden, da Brando schon länger an Lungenfibrose (Erkrankung des Lungengewebes) litt und am 1. Juli 2004, in Los Angeles an Lungenversagen starb.

Karriere

Weil sich Marlon Brando auf der Shattuck Military Academy eine Knieverletzung zuzog, wurde er nicht als Soldat für die USA, im zweiten Weltkrieg eingezogen. Im Herbst 1943 ging er mit finanzieller Unterstützung seiner Eltern nach New York, an die New School. Dort existierte seit 1940 ein Dramatic Workshop, der vom Regisseur Erwin Piscator ins Leben gerufen wurde. Der Workshop wurde berühmt, weil er neben Marlon Brando so hochrangige Künstler wie Walter Matthau, Shelley Winters, Tony Curtis und Harry Belafonte hervorbrachte.

An der New School arbeitete Stella Adler als Lehrkörper, im Bereich acting coaching. Diese Begegnung war für Brando weitaus bedeutsamer als die Arbeit mit Piscator. Adler war eine Veteranin des Group Theatre und wurde Brandos Schauspiellehrerin und langjährige Mentorin. Sie sollte ihn auch später mit wichtigen Agenten und Regisseuren bekannt machen. Stella Adler nahm auf Brando von allen Lehrern den größten Einfluss. Wenn Interviewpartner ihn später auf das Actors Studio ansprachen, stellte Brando richtig, er habe seine Ausbildung nicht dort, sondern bei Stella Adler erhalten. Viele der Darstellungsmittel, die für Brando so kennzeichnend waren, gehen auf Adlers Schule zurück. Vor allem gelang es Brando unter Adlers Anleitung jedoch, eine Komplexität und einen Einfallsreichtum des emotionalen Ausdrucks freizusetzen, von dem seine Mitstudenten, die Brando im sozialen Verkehr oft als unartikulierte Persönlichkeit von geringer Komplexität einstuften, verblüfft waren.

Nach Konflikten mit Erwin Piscator musste Brando den Workshop im Sommer 1944 wieder verlassen. Es war aber für seine Karriere kein Nachteil. Zu diesem Zeitpunkt wurde Brando von dem einflussreichen MCA-Agenten Maynard Morris betreut, der ihm für die folgende Spielzeit ein erstes Engagement am Broadway vermitteln konnte. Von Oktober 1944 spielte er eine kleine Rolle in dem Musical I Remember Mama. An der Katherine Dunham School of Dance nahm Marlon Brando vom Frühjahr 1945 zusätzlich Tanz- und Trommelunterricht.

Im Februar 1946 trat Brando ein Engagement für die Broadway-Show Truckline Café an. Er wurde inzwischen von der MCA-Agentin Edith Van Cleve betreut. Das Stück wurde leider ein Misserfolg und bereits nach 10 Aufführungen wieder eingestellt. Da Brando in seiner Rolle seine schauspielerische Intensität in einer Weise zeigte, die niemand erwartet hätte, gelang es Produzent und Regisseur, ihn im Pressenachspiel als "eines der heißesten Talente weit und breit" herauszubringen.

Auf ein kurzes Engagement für eine Inszenierung von George Bernard Shaws Komödie Candida folgte eine Zeit der Arbeitslosigkeit. Zu dieser Zeit wurde Brando von Louis B. Mayer ein siebenjähriger Filmvertrag bei der MGM angeboten. Er lehnte jedoch ab, da er unter einem solchen "Knebelvertrag" seine Rollen nicht selbst hätte aussuchen können. Seit September 1946 fand er eine Bühnenrolle in dem Politstück A Flag is Born und seit Dezember 1946 in dem Drama The Eagle Has Two Heads.

Das 1946 entstandene Schauspiel "Endstation Sehnsucht" wurde seit August 1947 von Irene Mayer Selznick vorbereitet. Elia Kazan wurde von ihr als Regisseur engagiert. Marlon Brando bekam, nachdem Edith Van Cleve sich bei Kazan für ihn einsetzte, die Rolle des Stanley Kowalski. Die Proben begannen am 6. Oktober und die Premiere war am 3. Dezember 1947 im Ethel Barrymore Theatre in New York. Die Inszenierung war ein sensationeller Erfolg, bei dem Marlon Brando weitaus stärker beachtet wurde als die eigentliche Hauptdarstellerin, Jessica Tandy. Die Figur des Kowalskis wurde für das Publikum zu einem neuen Symbol der amerikanischen Männlichkeit. Während seiner Arbeit an "Endstation Sehnsucht" besuchte Brando auch Veranstaltungen des erst im Oktober 1947 gegründeten Actors Studio.

Im Herbst 1949 wurde Brando die Hauptrolle in dem Film "Die Männer" vom Produzenten Stanley Kramer angeboten. Dabei war Marlon Brando in der glücklichen Lage, als einer der ersten Schauspieler einen sogenannten "One-Picture-Deal"
Dieses Bild von Marlon Brando können Sie unter www.allposters.de, in Form eines Posters käuflich erwerben. Einfach das Bild anklicken.
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unterschreiben zu können. Dieser Vertrag besagt, dass er nur für einen Film abgeschlossen wurde und nicht, wie sonst üblich, den Schauspieler für sieben Jahre an das jeweilige Filmstudio verpflichtete, in dem es nicht erlaubt wurde, die Filmrollen frei wählen zu dürfen. Brando aber besaß diese Freiheit von Anfang an. Er spielte in dem Film die Rolle eines jungen Infanterieleutnants, der nach einer Kriegsverletzung querschnittsgelähmt den Alptraum der Rehabilitation durchmacht. Der Film hatte an den Kinokassen wenig Erfolg, aber Brando wurde von der Presse für seine glaubhafte Darstellung gelobt.

Nachdem "Endstation Sehnsucht" am Broadway so erfolgreich gelaufen war, bereitete der Produzent Charles K. Feldman eine Verfilmung vor. Am 14. August 1950 begannen die Dreharbeiten und wie bei der Broadway-Version führte Elia Kazan die Regie. Die Schauspieler waren auch hier die gleichen, wie in der Bühneninszenierung. Nur die Rolle der Blanche sollte mit einem Star besetzt werden. Da Olivia de Havilland zu teuer war, bekam Vivien Leigh die Rolle. "Endstation Sehnsucht" kam sowohl beim Publikum als auch bei den Kritikern gut an und begründete Brandos Ruhm als Filmstar.

im Film "Viva Zapata" (1952) spielte Brando den mexikanischen Revolutionsführer Emiliano Zapata. Es war ein Abenteuerfilm ohne besondere politische Tiefe. Brando war von seiner Leistung enttäuscht, da er den Revolutionär seiner Meinung nach härter und weniger romantisch hätte darstellen müssen.

Aufgrund von Schulversäumnissen fehlten Brando eine systematische Bildung. Daraus resultierten dann auch seine Diktionsprobleme beim lauten Ablesen von Texten. Trotzdem wagte er sich an das Gebiet eines klassischen Dramas nach Shakespeare, "Julius Caesar". Da er in dem Film u. a. neben dem großen britischen Shakespeare-Darsteller John Gielgud erschien, fürchtete er, wie ein Anfänger auszusehen. Ihm lag aber viel daran, durch diese klassische Rolle, sein Rüpel-Image zu verbessern und mehr intellektuelle Respektabilität zu gewinnen. Die Dreharbeiten begannen am 8. August 1951 und wurden von Joseph L. Mankiewicz geleitet. Brando, der die Rolle des Antonius spielen sollte, bereitete sich mit einem Vocalcoach und mit Hilfe von Schallplattenaufnahmen berühmter Shakespeare-Darsteller auf seine Darbietung vor. Aufgrund dieser Vorbereitung war seine Darstellung überzeugend und erhielt von der Presse viel Lob dafür.

1954 wurde der Film "Die Faust im Nacken" uraufgeführt. Hier spielte Brando die männliche Hauptrolle von Terry Malloy, einem jungen Hafenarbeiter, dessen Bruder tief in die Machenschaften der korrupten Gewerkschaft verwickelt ist. Schon seit 1952 hatte Elia Kazan gemeinsam mit dem Schriftsteller Budd Schulberg ein Filmdrama vorbereitet, das die Korruption in der Gewerkschaft der Dockarbeiter von New Jersey behandeln sollte. Aufgrund des sperrigen Themas wurde dieses aber erst im November 1953 begonnen umzusetzen. Eigens für diesen Film musste Brando Boxunterricht nehmen.

Die Dreharbeiten zu "Die jungen Löwen" begannen im Juni 1957 und wurden zum größten Teil in Paris und Berlin gedreht. Brando spielte einen jungen Nazi-Offizier, der eine Entwicklung vom strammen NS-Gefolgsmann, über einen Skeptiker bis hin zum tragischen Helden durchmachte. Er spielte in dem Film zum ersten und einzigen Mal mit Montgomery Clift zusammen, mit dem Brando, neben James Dean, am häufigsten verglichen wurde.

Anfang der 1960er Jahre entstanden in Hollywood die beiden bis dahin aufwendigsten und teuersten Produktionen der amerikanischen Filmgeschichte. Zum einen war das "Cleopatra" (20th Century Fox) und zum anderen "Meuterei auf der Bounty" (MGM). Meuterei auf der Bounty war das Remake eines Films aus dem Jahre 1935. Man wollte durch detailtreue Aufnahmen an Originalschauplätzen und mit dem amerikanischen Filmstar Marlon Brando Spitzeneinnahmen erzielen. Die Dreharbeiten fanden zum größten Teil auf den damals noch unberührten Inseln Tahiti und Bora Bora statt. Brando spielte die Rolle des Fletcher Christian, eines Seeoffiziers, der in der historischen Meuterei an Bord des britischen Expeditionsschiffes Bounty eine Schlüsselrolle gespielt hat. Er war aus zweierlei Hinsicht an dem Film interessiert. Zum einen brauchte er die Gage (1,25 Mio $) um seinen Sorgerechtsstreit um seinen Sohn aus erster Ehe weiterführen zu können und zum anderen interessierte ihn das Nachspiel der historischen Meuterei auf der Bounty, das in dem Film von 1935 nicht behandelt wurde. Die massive Einmischung in die Gestaltung und Regie des Films, seitens Brando, führte unter anderem dazu, dass das geplante Budget von 20 Millionen Dollar um 10 Millionen Dollar überschritten wurde. MGM gerieten durch den Verlust in tiefe Schwierigkeiten, und unter Filmhistorikern gelten Meuterei auf der Bounty und Cleopatra als die beiden Filme, die das Starsystem Hollywoods obsolet machten und beendeten.

Anfang 1969 veröffentlichte Mario Puzo seinen Mafia-Roman "Der Pate". Daraufhin beschloss die Paramount im September 1969 eine Verfilmung des Bestsellers und beauftragte Puzo mit dem Drehbuch. Man beabsichtigte zunächst nur einen Low-Budget-Film zu drehen, da der kurz zuvor erschienene Mafia-Film "Auftrag Mord" mit Kirk Douglas floppte. Es wurde der bis dahin kaum bekannten Francis Ford Coppola als Regisseur verpflichtet. Dieser erwies sich aber mit viel Durchsetzungsvermögen und schaffte es, Marlon Brando für die Rolle des 65-jährigen Mafia-Bosses Don Vito Corleone zu verpflichten. Die Dreharbeiten für "Der Pate", die nach Coppolas Willen in New York und Umgebung stattfanden, begannen im März 1971. Die Zusammenarbeit zwischen Brando und Coppola erwies sich als vertrauensvoll und ergiebig. Obwohl Brando 20 Jahre jünger war als sein Charakter, wurde dieses durch die perfekte Maske des Dick Smith ausgeglichen. Er spielte den Don mit hoher, feiner, asthmatischer Stimme und war sehr vielschichtig in Ausführung der Rolle. Ein erbarmungslos mordendes Monster, ein Mann mit bürgerlichen Werten, ein liebevoller Großvater, ein sterblicher alter Mann in einer harten Schale aus Macht und Kontrolle. Brando sollte für seine Rolle eine Festgage von 50.000 Dollar und eine Gewinnbeteiligung erhalten. Als er jedoch in ernste Geldsorgen geriet, wurde sein Vertrag neu verhandelt und gegen eine Einmalzahlung von 100.000 Dollar umgeschrieben. Nach der überaus erfolgreichen Resonanz des Publikums an den Kinokassen, erwies sich diese Entscheidung als unglücklich. Der Film hatte 6,2 Millionen Dollar gekostet und spielte 26 Millionen Dollar ein. Für seine Rolle des Don, erhielt Brando am 27. März 1973 den Oscar. Aufgrund seiner Bürgerrechtsaktivitäten gegen die Unterdrückung der amerikanischen Ureinwohner, entsannte er die Schauspielerin Sacheen Littlefeather zu der Verleihung, die dort auf diese Unterdrückung aufmerksam machen sollte.

1975 drehte Brando und Francis Ford Coppola den Film "Apocalypse Now", die Verfilmung von Joseph Conrads Roman "Herz der Finsternis". Der Film sollte ein Antikriegsfilm werden, indem Brando den Colonel Kurtz der US-Streitkräfte spielte, der von Perfektionismus und absolutem Handlungswillen getrieben, am hilflosen und unkoordinierten Militäreinsatz der US-Armee, menschlich zerbricht. Der Film kam 1979 mit großem Erfolg in die Kinos.

Ende August 1989 übernahm Brando die Rolle eines zwielichtigen New Yorker Geschäftsmannes, in dem Filmlustspiel "Freshman", von Andrew Bergman. Dieser Geschäftsmann adoptiert einen arglosen Studenten (Matthew Broderick), und will ihn in die Welt des professionellen Verbrechens einführen. Diese Rolle sollte Brando zu einem Comeback verhelfen, welches die Kritiken auch bestätigen sollten. Der Film war aber an den Kinokassen weniger erfolgreich als erhofft.

Seine letzte Filmrolle übernahm Brando im Jahre 2000, in dem Film "The Score". Regisseur des Films war Frank Oz, der in den 1970er Jahren als Mitschöpfer der Muppet Show bekannt geworden war. "The Score" war ein Heist-Movie über einen alternden Meisterdieb (Robert De Niro), der von seinem ehemaligen Partner (Marlon Brando) zum Diebstahl an einem kostbaren antiken Königszepter überredet wird. Ein Großteil der Dialoge zwischen Brando und De Niro, die als Schauspieler viele Gemeinsamkeiten haben, war improvisiert. Als "The Score" im Juli 2001 uraufgeführt wurde, war ein Großteil der Kritiker enttäuscht, dass der Film nicht ganz hielt, was die hochkarätige Besetzung eigentlich versprochen habe.

Tod

Marlon Brando - Stern auf dem Walk of Fame Da Marlon Brando schon länger an einer Lungenfibrose (Erkrankung des Lungengewebes) litt, konnte er sein letztes Filmprojekt nicht mehr verwirklichen. Er starb am 1. Juli 2004 im Alter von 80 Jahren im UCLA Medical Center, einem Krankenhaus in Los Angeles, an Lungenversagen.

Vier Tage später wurden Brandos sterbliche Überreste, im Kreise seiner engsten Angehörigen, an unbekannter Stelle in Los Angeles eingeäschert.

Seine Asche wurde von Tarita Tumi Teriipaia, Maria Christina Ruiz und deren Kindern zur Hälfte im Death Valley und 2005 zur anderen Hälfte von Tarita auf
Tetiaroa in einer Lagune verstreut.

Filmpreise und Auszeichnungen

1952: Cannes Film Festival für den besten Schauspieler in Viva Zapata (1952)
1952: Diploma of Merit für den ausländischen Schauspieler in Die Männer (1950)
1953: BAFTA Film Award für den besten ausländischen Schauspieler in Viva Zapata (1952)
1954: BAFTA Film Award für den besten ausländischen Schauspieler in Julius Caesar (1953)
1954: NYFCC Award für den besten Schauspieler
1955: Oscar für den besten Hauptdarsteller in Die Faust im Nacken (1954)
1955: BAFTA Film Award für den besten ausländischen Schauspieler in Die Faust im Nacken (1954)
1955: Golden Globe für den besten Filmschauspieler (Drama) in Die Faust im Nacken (1954)
1956: Henrietta Award für "World Film Favorite - männlich"
1958: Golden Laurel Top dramatische Performance - männlich in Die jungen Löwen (1958)
1958: Golden Laurel 2. Platz für den besten männlichen Filmstar
1959: Golden Laurel 3. Platz für den besten männlichen Filmstar
1961: Sour Apple für "Least Cooperative Actor"
1961: Golden Seashell für Der Besessene (1961)
1967: Bronze Wrangler Theatrical Motion Picture für Südwest nach Sonora (1966)
geteilt mit:
Sidney J. Furie (Drehbuch)
Robert MacLeod (Schriftsteller)
John Saxon (Schauspieler)
Anjanette Comer (Schauspieler)
1972: Fotogramas de Plata für den besten ausländischen Schauspieler in Queimada - Insel des Schreckens (1969)
1973: Oscar für die beste Hauptrolle in Der Pate (1972)
Marlon Brando verweigerte die Annahme des Oscars, da die USA und vor allem Hollywood die Ureinwohner Americas discriminierte. Er schickte indess eine als Indianerin verkleidete Frau (Sacheen Littlefeather) zu der Zeremonie. Später kam heraus, dass es sich um eine weniger bekannten kalifornischen Schauspielerin, namens Maria Cruz handelte.
1973: Golden Globe für den besten Filmschauspieler - Drama in Der Pate (1972)
gleichauf mit:
Stacy Keach in Fat City (1972)
1973: Henrietta Award für "World Film Favorite - männlich"
1973: Jussi (Vuoden näyttelijä) für den Schauspieler des Jahres
1973: KCFCC Award für den besten Schauspieler in Der Pate (1972)
1974: Henrietta Award für "World Film Favorite - männlich"
1974: NSFC Award für den besten Schauspieler in Der letzte Tango in Paris (1972)
1974: NYFCC Award für den besten Schauspieler in Der letzte Tango in Paris (1972)
1989: Best Actor Award (Tokyo International Film Festival) in Weiße Zeit der Dürre (1989)
1997: Razzie Award für den schlechtesten Nebendarsteller DNA - Die Insel des Dr. Moreau (1996)

Filmografie

1950: Die Männer (The Men)
1951: Endstation Sehnsucht (A Streetcar Named Desire)
1952: Viva Zapata (Viva Zapata!)
1953: Julius Caesar (Julius Caesar)
1953: Der Wilde (The Wild One)
1954: Die Faust im Nacken (On the Waterfront)
1954: Desirée (Desirée)
1955: Schwere Jungs - leichte Mädchen (Guys and Dolls)
1956: Das kleine Teehaus (The Teahouse of the August Moon)
1957: Sayonara (Sayonara)
1958: Die jungen Löwen (The Young Lions)
1959: Der Mann in der Schlangenhaut (The Fugitive Kind)
1961: Der Besessene (One-Eyed Jacks)
1962: Meuterei auf der Bounty (Mutiny on the Bounty)
1963: Der häßliche Amerikaner (The Ugly American)
1964: Zwei erfolgreiche Verführer (Bedtime Story)
1965: Morituri
1966: Ein Mann wird gejagt (The Chase)
1966: Südwest nach Sonora (The Appaloosa)
1967: Die Gräfin von Hongkong (A Countess from Hong Kong)
1967: Siebenmal lockt das Weib (Woman Times Seven)
1967: Spiegelbild im goldenen Auge (Reflections in a Golden Eye)
1968: Candy (Candy)
1968: Am Abend des folgenden Tages (The Night of the Following Day)
1969: Queimada - Insel des Schreckens (Queimada)
1972: Das Loch in der Tür (The Nightcomers)
1972: Der Pate (The Godfather)
1972: Der letzte Tango in Paris (Ultimo tango a Parigi)
1976: Duell am Missouri (The Missouri Breaks)
1978: Superman (Superman)
1979: Apocalypse Now (Apocalypse Now)
1980: Die Formel (The Formula)
1989: Weiße Zeit der Dürre (A Dry White Season)
1990: Freshman (The Freshman)
1992: Christopher Columbus - Der Entdecker (Christopher Columbus: The Discovery)
1995: Don Juan DeMarco (Don Juan DeMarco)
1996: DNA - Die Insel des Dr. Moreau (The Island of Dr. Moreau)
1997: The Brave
1998: Free Money (Free Money)
2001: The Score (The Score)
2006: Superman II (Superman II)
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