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Heinz Rühmann - * 07. März 1902 - † 03. Oktober 1994

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Leben in Daten

1902: am 07. März, geboren als Heinrich Wilhelm Rühmann in Essen
1919: Schauspielunterricht bei Hofschauspieler Friedrich Basil
1919: erstes Theaterengagement am Lobe- und Thalia-Theater in Breslau, für 80 Mark im Monat.
1924: am 09. August, Heirat mit Maria Bernheim, - Künstlernamen Maria Herbot
1926: Filmdebut im Stummfilm "Das deutsche Mutterherz", für 500 Mark Gage
1930: erste Hauptrolle im Tonfilm in "Die drei von der Tankstelle"
1932: Dauerfilmvertrag mit Ufa als bestbezahlten Leinwanddarsteller des Deutschen Reiches
1938: Scheidung von Frau Maria Bernheim
1939: am 01. Juli, Heirat mit Schauspielerin Hertha Feiler
1942: am 07. Juni , Geburt von Sohn Peter
1947: Gründung der Filmproduktionsfirma "Comedia Rühmann-Teichs OHG" zusammen mit Alf Teichs
1951: am 01. April, Pleite der "Comedia Rühmann-Teichs OHG"
1953: Filmcomeback in "Keine Angst vor großen Tieren"
1970: am 01. November, Tod von Ehefrau Hertha Feiler
1974: am 09. Oktober, Heirat mit Hertha Droemer
1993: letzter Kinofilm mit "In weiter Ferne so nah"
1994: am 15. Januar, letzter öffentlicher Auftritt in "Wetten, dass..?"
1994: am 03. Oktober, gestorben in Aufkirchen am Starnberger See und Einäscherung am 04. Oktober 1994.
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Privatleben

Heinz Rühmann ist am 07. März 1902 in Essen, im Herzen des Ruhrgebietes geboren. Sein vollständiger Name lautet: Heinrich Wilhelm Rühmann. Er ist der Sohn von Hermann und Margarethe Rühmann, die beide Wirtsleute im naheliegenden Wanne (heute: Wanne-Eickel, Stadtteil von Herne) waren, da sie im gleichem Jahr die dortige Bahnhofsgaststätte pachteten und betrieben.

Heinz hatte einen zwei Jahre älteren Bruder, namens Hermann. 1904 wurde seine jüngere Schwester Ilse geboren.

Die Bahnhofsgaststätte entwickelte sich sehr gut, so dass die Familie 1913 ihre Einnahmequelle im beheimateten Essen umsiedelte und das dort ansässige Hotel Handelshof übernahm. Zu dem Handelshof Hotel in Essen gehörten auch Restaurants, Cafés, ein Weinsalon und einige andere Geschäfte. Aber bereits Ende 1913 kam das Ende dieser Unternehmung. Die Rühmanns hatten sich dermaßen finanziell übernommen, so dass sie Bankrott gingen.

Aufgrund dieser Tatsache zerbrach die Ehe von Rühmanns Eltern. Sie ließen sich 1915 scheiden und der Vater ging nach Berlin und nahm sich dort später das Leben.

Die Mutter, Margarethe, blieb zunächst mit ihren drei Kindern in Essen, zog aber dann nach dem Tod des Vaters, auf Anraten einer Freundin, nach München. Obwohl München zur damaligen Zeit eine günstige Wohnstadt war, kam die Mutter mit ihrer kargen Witwenrente kaum zurecht. Trotzdem schaffte sie es, sich und ihre drei Kinder durchzubringen.

Zunächst besuchte Rühmann die Realschule am Regerplatz. Im Frühjahr 1919 wechselte Heinz auf die Luitpold-Oberrealschule, um dort das Abitur abzulegen. Jedoch verfolgte er den Unterricht relativ lustlos, da sein Ziel nur noch die Schauspielerei war. Aus diesem Grund verließ er auch mitten im Schuljahr die Schule.

1922 lernte Heinz Rühmann die fünf Jahre ältere und 10 cm größere Schauspielerin Maria Bernheim, mit Künstlernamen Maria Herbot, kennen. Am 09. August 1924 heirateten sie auf dem Standesamt I in München. Die Hochzeitsfeier musste Aufgrund einer Bühnenpremiere weichen. Nach der Hochzeit gab Maria ihre Schauspielertätigkeiten auf und fungierte von nun an als Heinz Rühmanns Privatregisseurin beim Rollenstudium.

Aufgrund seiner umfangreichen Schauspielertätigkeiten wurde Rühmann finanziell immer unabhängiger und wirtschaftlich abgesicherter, so dass er sich den Jugendtraum eines Piloten erfüllen konnte. 1931 machte er den langersehnten Pilotenschein und kaufte sich sein erstes Flugzeug, eine Salmson-Klemm 25 mit einem 40 PS Salmson-Sternmotor. Auf einem Faschingsball in München lernte Heinz Rühmann den sechs Jahre älteren Luftkampfhelden und Fliegerass Ernst Udet kennen. Seine Bewunderung zu Udet war riesengroß und seine Wohnung in Berlin-Wilmersdorf richtete er nach dem Vorbild der Räumlichkeiten Udets ein. In der Wohnung hingen zahlreich Fotos, die beide bei ihren gemeinsamen Fliegerausflügen zeigten.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahre 1933 blieb Heinz Rühmann weitestgehend neutral und äußerte sich nicht öffentlich zur Politik.

1938 ließ er sich von seiner jüdischen Frau Maria scheiden. Sie heirate daraufhin einen schwedischen Schauspieler und reiste mit ihm vor Kriegsausbruch nach Stockholm und entkam somit den Nazis. Rühmann musste sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er die Scheidung Aufgrund der Sicherung seiner Schauspielerkarriere vollzogen hat. Diese Vorwürfe waren aber nicht haltbar, da zum einen die Ehe von der ständigen beruflichen Trennung zerrüttet war und zum anderen seine zweite Frau, Hertha Feiler, einen jüdischen Großvater hatte, eine Tatsache, welche ihm Ärger mit den nationalsozialistischen Kulturbehörden einbrachte.

Rühmann lernte die Schauspielerin Hertha Feiler 1938 beim Film kennen. Es knisterte zwischen den beiden, so dass es nach nur einem Jahr, am 01. Juli 1939, in Berlin-Wannsee zur Hochzeit kam. Heinz Trauzeuge war sein Bruder Hermann. Das junge Paar zog in den ein Jahr zuvor gekauften Bungalow in Berlin-Wannsee.

Das junge Paar bekam am 07. Juni 1942 seinen Sohn Peter.

Heinz Rühmann wurde zu seinem Glück als Staatsschauspieler nicht zur Wehrmacht eingezogen. Er musste zwar eine Grundausbildung als Abwehrflieger ableisten, wurde aber zur Teilnahme am Kriegseinsatz verschont.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde bei der Entnazifizierung, am 28. März 1946 festgestellt, dass Rühmann nicht bedenklich war und seine schauspielerischen Tätigkeiten weiterführen könne.

1947 gründete er zusammen mit Alf Teichs die Filmgesellschaft "Comedia Rühmann-Teichs OHG". Diese ging aber nach mehreren Misserfolgen 1953 in Konkurs.

Nach 31 Jahren Ehe starb seine Frau Hertha am 01. November 1970 an Krebs. Hiernach zog sich Heinz Rühmann zunächst aus der Öffentlichkeit zurück.

Am 03. Juli 1972 wurde Rühmann zum ersten Mal Opa. Seine Enkelin Claudia erblickte an diesem Tag das Licht der Welt.

1974 heiratete er am 09. Oktober seine dritte Frau, Hertha Droemer. Die Hochzeit fand im Geheimen auf der Insel Sylt statt. Beide lernten sich beim Golf spielen kennen. Im gleichem Jahr wurde Rühmann zum zweiten Mal Großvater. Seine Enkelin Melanie wurde geboren.

Mit Enkel Peter wurde Heinz Rühmann 1976 zum dritten und letzten Mal Opa.

1982 zogen die Rühmanns zum Starnberger See, nach Berg. Der Umzug war die Folge aus einem Streit mit seinem Sohn Peter, der in das Haus in Berlin-Grünwald zog.

1986 erlitt Heiz Rühmann einen doppelten Leistenbruch, den er sich im Dezember operieren lassen musste. Dank der guten Pflege seiner Frau Hertha, erholte er sich sehr schnell von der Operation.

1991 sollte der Streit mit seinem Sohn Peter beigelegt worden sein, der eine lange Zeit benötigte, das neue Glück seines Vaters mit der dritten Ehefrau zu akzeptieren.

1992, zu seinem 90. Geburtstag, veranstaltete das ZDF zu seinen Ehren eine große Gala im Prinzregenten-Theater in München. Es waren zahlreiche Gäste aus Politik, Sport, Film und Fernsehen geladen, die dem Menschen und Schauspieler ihre Ehre erwiesen. Nur Rühmanns Familie stand ein wenig abseits der Veranstaltung.

Am 17. März 1992 erlitt Rühmann einen Schwächeanfall. In der Münchner Uni-Klinik soll er angeblich operiert worden sein. Er erholte sich wieder und konnte 1994 noch seinen 92. Geburtstag im Kreise seine Familie feiern.

Am 03. Oktober 1994 schloss Heinz Rühmann für immer seine Augen.

Karriere

Bereits im Alter von ungefähr 5 Jahren machte Heinz Rühmann seine ersten Erfahrungen mit Auftritten vor Publikum. In der Elterlichen Bahnhofsgaststätte in Wanne rezitierte der kleine Heinz von der Theke aus Gedichte.

Als Heinz Rühmann nach der Realschule auf die Luitpold-Schule ging, um das Abitur abzulegen, wurde sein Drang Theater zu spielen immer größer. Aus diesem Grund vernachlässigte er stetig seine schulischen Aufgaben. Zu dieser Zeit spielte er im Münchner Theaterverein an der Augustenstrasse im letzten Akt einen Geist, in dem Stück "Der Müller und sein Kind". Von da an war die Schule abgehackt und er verließ sie mitten im Schuljahr.

Von nun an wollte er auch professioneller werden und versuchte bei dem angesehenen Hofschauspieler, Friedrich Basil, als Schauspielschüler angenommen zu werden. Leider hatte Basil schon genug Schüler und Heinz wurde abgelehnt. Heinz aber gab nicht auf. Er bat eine Nachbarin, die Basil kannte, ein gutes Wort für ihn einzulegen. Dieses gelang und Rühmann durfte vorsprechen und wurde als Schauspielschüler aufgenommen.

Ab 1919 hatte Heinz Rühmann Schauspielunterricht bei Friedrich Basil und lernte die Grundbegriffe der Schauspielkunst. Auch das "verschnupfte" Sprechen übernahm Rühmann von seinem Lehrer, welches ihm den Spitznamen "Der kleine Basil" einbrachte.

Bereits sechs Monate später wurde der Theaterdirektor Richard Gortner auf Rühmann aufmerksam. Gortner gehörten in Breslau zwei Theater, das Lobe- und das Thalia-Theater. Für beide bekam Heinz Rühmann ein Engagement für 80 Mark im Monat. Basil wollte ihn aber zuerst gar nicht gehen lassen, da er Rühmanns Ausbildung gefährdet sah. Aber nachdem er sich überzeugen lies, durfte Heinz gehen.

Doch kurz bevor Heinz Rühmann nach Breslau abreisen wollte, litt er plötzlich an einer linksseitigen Gesichtslähmung. Der Arzt diagnostizierte eine Entzündung des Fazialisnervs. Die Entzündung sollte von einer verschleppten Erkältung herrühren. Rühmann lies sich aber nicht beirren und reiste trotzdem an. Jedoch wurde er von seinem Arbeitgeber erst einmal wieder nach Hause geschickt. Nach einigen Wochen war die Lähmung überwunden und die ersten Auftritte in Breslau folgten.

Doch leider blieb der erwünschte Erfolg aus. Ein Grund war wohl seine zu vielen Rollen als männlicher, heldenhafter Typ. Diese standen im krassen Gegensatz zu seiner relativ geringen Körpergröße und jugendhaftem Aussehen.

Ein Jahr später wechselte die Theaterdirektion. Paul Barnay löste Richard Gortner ab und übernahm, bis auf Heinz Rühmann, das gesamte Ensemble. Ihn wollte er mangels Begabung nicht wieder engagieren.

Heinz Rühmann hatte aber Glück im Unglück. Er bekam vom Residenztheater aus Hannover ein Angebot für ein Jahr, um einen jugendlichen Liebhaber und Naturburschen zu spielen. Seine Monatsgage sollte 120 Mark betragen. Er nahm an und zog nach Hannover. Rühmann wohnte nicht weit vom Theater entfernt, so dass er zur Arbeit laufen konnte. Der Direktor, Ewald Schindler, engagierte auch die beiden jungen und auch unerfahrenen Schauspieler Theo Lingen und Rudolf Platte. Die drei wurden Freunde und Heinz Rühmann lernte bei Lingen das Steppen.

Auch hier hatte Rühmann wieder das Problem mit seiner Größe und seinem jugendlichen Aussehen. Bevor er aber etwas dagegen tun konnte, schloss das Theater im Sommer 1922, da die damalige Weltwirtschaftskrise dem Theater die Lebensgrundlage entzog.

Anschließend zog er wieder zurück nach München. Schon nach kurzer Verweildauer ging er an das Bremer Schauspielhaus und spielte dort seine spätere Paraderolle des Billy Bartlett in "Der Mustergatte". Nur ein paar Monate später, im Dezember 1922, kündigte Rühmann seinen Vertrag wieder. Zum einen wegen der Inflation des Geldes und zum anderen wegen Meinungsverschiedenheiten mit der Theaterleitung, hervorgerufen durch sein teilweise heftiges Stegreifspiel.

Abermals zurück in München folgten zwei vergebliche Versuche in Braunschweig und am Schauspielhaus in Düsseldorf.

Nach kurzer Zeit nahm ihn die Bayrische Landesbühne unter Vertrag. Dieses Tournee- oder Wandertheater, unter der Leitung von Otto Kustermann, war 1921 vom Bayerischen
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Kultusministerium gegründet worden. Kustermann teilte seine Schauspieler in zwei Gruppen auf, die dann unterschiedliche Gebiete bereisten.

Wiederum blieb Rühmann nur ein paar Monate. Dann ereilte ihn 1923, unter der Direktorin Hermine Körner, der Ruf der Münchener Kammerspiele. Sie sah in Heinz Rühmann die Bereicherung ihres Ensembles im komödiantischen und nahm ihn unter Vertrag.

Zu dieser Zeit erhielt Heinz Rühmann für einen Stummfilm sein erstes Filmangebot. Da er diesem Medium nicht sehr recht aufgetan war, wollte er das Angebot zunächst auch nicht annehmen. Aber da die Gage für 10 Drehtage 500 Mark betrug, willigte er dann schließlich doch ein und drehte den Film "Das deutsche Mutterherz" an der Seite seiner Filmmutter Margarete Kupfer. In ihm spielte Rühmann einen jungen Mann, der den Kriegsdienst verweigert, seine Mutter schlägt und die dann auch noch durch seine Schuld erschossen wird. Der Film wurde 1926 Uraufgeführt.

Bis Ende der 20er Jahre stieg Heinz Rühmann zu einem sehr erfolgreichen Theaterschauspieler auf. Seine Paraderolle in "Der Mustergatte" lief weiterhin sehr erfolgreich. Außerdem erhielt Rühmann die Hauptrolle in "Charleys Tante" und erntete gute Kritiken.

1927 spielte er in dem Stummfilm "Das Mädchen mit den fünf Nullen" einen Provinzjüngling, in dem es um einen Lotteriegewinn geht. Der Film gilt als verschollen.

1930 wurde Rühmann von dem damaligen Produktionschef der Ufa (Universum Film), Erich Pommer, zu einem Vorsprechen für einen Tonfilm eingeladen. Leider konnte er Pommer in seinem Vorsprechen nicht überzeugen und wurde nicht engagiert. Rühmanns Hartnäckigkeit war es zu verdanken, dass er noch eine zweite Chance bekam und er nutzte diese. Er erhielt die Rolle des "Hans" in "Die drei von der Tankstelle", an der Seite von Oskar Karlweis und Willy Fritsch. Seine Gage betrug 7000 Mark. Üblich für Anfänger waren damals 5000 Mark. Die Dreharbeiten dauerten drei Monate. Das war für einen Film ziemlich lang, aber da es zu dieser Zeit keine Synchronisation gab, musste der Film nacheinander in drei Sprachen gedreht werden. Der Kinostreifen war ein voller Erfolg und bescherte den deutschen Kinokassen Einnahmen von 4,3 Mio. Mark. Er war der erfolgreichste Film des Jahres und Heinz Rühmann wurde in ganz Deutschland bekannt.

Aufgrund dieses Erfolges erhielt Rühmann von der Ufa einen Einjahresvertrag und drehte sofort zwei weitere Filme, "Einbrecher" (1930) und "Der Mann, der seinen Mörder sucht" (1931). Hier spielte er zum ersten mal die Hauptrolle und seine Gage verdoppelte sich.

Aber nicht nur Erfolge waren ihm zu dieser Zeit vergönnt. Der Kinofilm "Der brave Sünder" (1931) von Fritz Kortner wurde ein Flop.

1932 schloss die Ufa einen Dauervertrag mit Heinz Rühmann ab und machte ihn somit zum bestbezahlten Leinwanddarsteller des Deutschen Reiches.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 schaffte er es, einen Ruf eines unpolitischen Stars zu wahren. Bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges 1939 drehte Rühmann insgesamt 27 Kinofilme. Dazu gehörten unter anderem "Drei blaue Jungs, ein blondes Mädel" (1933), "Ein Walzer für dich" (1934), "Wer wagt - gewinnt" (1935), "Wenn wir alle Engel wären" (1936), "Der Mustergatte" (1937) und "5 Millionen suchen einen Erben" (1938).

Nach dem Ausbruch des Krieges 1939 wurde Rühmann immer mehr von der Propaganda des Dritten Reiches vereinnahmt. Bis 1945 wirkte er in 10 Filmen mit und sollte damit auch zur Ablenkung der Bevölkerung vom Kriegsgeschehen beitragen. 1941 zum Beispiel spielte Heinz Rühmann die Hauptrolle in der Komödie "Quax, der Bruchpilot", in dem er die meisten Flugszenen selber drehte. Unter der Regie des Präsidenten der Reichsfilmkammer, Carl Froelich, kam 1941 der Film "Der Gasmann" in die Kinos. Darin spielte Rühmann einen Gasableser, der der Auslandsspionage verdächtigt wird.

1944 sollte der Film "Die Feuerzangenbowle" in die Kinos kommen. Jedoch wurde die Veröffentlichung von der nationalsozialistischen Filmzensur wegen "Respektlosigkeit gegen Autoritäten" untersagt. Aber durch seine guten Beziehungen zum Regime schaffte es Rühmann, die Uraufführung durchzusetzen. Er persönlich zeigte den Film in der Wolfsschanze, dem Ostpreußischem Führerhauptquartier, unter anderem dem Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe, Herman Göring, und erreichte daraufhin die Aufhebung des Filmverbots durch Hitler. Die gleiche Geschichte wurde bereits 1934, auch mit Heinz Rühmann, unter dem Titel "So ein Flegel" verfilmt. Doch hatte diese Fassung keinen so großen Erfolg gehabt.

Der Reichspropagandaminister, Josef Goebbels, nahm Heinz Rühmann im August 1944 in die Gottbegnadeten-Liste der unverzichtbaren Schauspieler für die Filmproduktion auf und wurde somit von sämtlichen Kriegs- und Arbeitseinsätzen freigestellt.

Nach dem Krieg erhielt Rühmann am 28. März 1946 seine Arbeitserlaubnis im Zuge der sogenannten Entnazifizierung wieder und konnte sich von da an wieder künstlerisch betätigen.

Zusammen mit seiner Frau Hertha gründete er das kleine Tourneetheater "Wanderzirkus Rühmann" und reiste mit einer kleinen Theatergruppe umher.

1947 gründete Rühmann mit dem früheren Produktionschef der "Terra", Alf Teichs, die Filmproduktionsfirma "Comedia Rühmann-Teichs OHG". Seine Frau warnte ihn noch davor, eine Produktionsfirma zu gründen. Er verstünde nichts von geschäftlichen Dingen. Die Pleite kam dann auch sehr schnell. Nach erfolglosen Filmen wie "Der Herr vom andern Stern" (1948) und "Ich mach dich glücklich" (1949) wurde die Firma am 01. April 1951 liquidiert. Rühmann ging mit einem Haufen Schulden daraus hervor.

Erst zwei Jahre später gelang Heinz Rühmann das Comeback als Schauspieler. Unter der Egide des Regisseurs Helmut Käutner kam der Film "Keine Angst vor großen Tieren" (1953) in die Kinos. 1956 spielte er den Kriminellen "Wilhelm Voigt" in "Der Hauptmann von Köpenick", der nach einem Gefängnisaufenthalt in die Rolle eines Preußischen Hauptmanns schlüpft und von allen Seiten mit höchstem Respekt behandelt wird. Für diese Rolle wurde er 1957 mit dem Preis der deutschen Filmkritik ausgezeichnet.

In den darauf folgenden Jahren spielte er in zahlreichen Unterhaltungsfilmen, wie z.B. "Der Pauker" (1958) und "Der brave Soldat Schwejk" (1960), mit. Die unterschiedliche Qualität dieser Filme tat seinem Ruhm aber keinen Abbruch. Rühmann konnte an seine früheren Erfolge anknüpfen.

Parallel zu seinen Filmen, trat Heinz Rühmann weiterhin im Theater auf. Unter der Regie von Fritz Kortner war er an den Münchner Kammerspielen in "Warten auf Godot" zu sehen. Von 1960 bis 1962 war er Mitglied des Wiener Burgtheaters und spielte dort unter anderem "Mein Freund Harvey" und später den Willy Loman in "Tod eines Handlungsreisenden".

1965 erhielt Rühmann das große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (Bundesverdienstkreuz) verliehen.

In den 60er Jahren war Heinz Rühmann insgesamt in 19 Kinofilmen zu sehen. Darunter waren unter anderem "Der Lügner" (1961), "Das Narrenschiff" (1965) und "Die Abenteuer des Kardinal Braun" (1967).

In den 1970er Jahren wurde es etwas stiller um Heinz Rühmann. Sein Interesse ging mehr und mehr zur Rezitation. Die neu gewonnene Leidenschaft ging zu Lasten von Bühne und Leinwand. Man sah ihn immer öfter am Rezitationspult und im Plattenstudio.

Am Silvestertag 1976 gastierte Heinz Rühmann an der Wiener Staatsoper und spielte den Frosch in "Die Fledermaus".

1980 ging ein großer Traum von ihm in Erfüllung. Bei "Stars in der Manege" trat Heinz Rühmann an der Seite von Oleg Popow als Clown auf.

1982 erschien unter dem Titel "Das war’s" seine Autobiographie.

1992 wurde im ZDF Heinz Rühmann zu Ehren die Sondersendung "Es soll alles so bleiben, wie es ist." veranstaltet. Bei der großen Gala im Prinzregenten-Theater in München wurde er von allen Seiten zu seinem 90. Geburtstag beglückwünscht.

1993 kam sein letzter Film "In weiter Ferne so nah" in die Kinos. Darin spielt er einen zu Fleisch gewordenen Engel, der die Berliner Bevölkerung lieb gewinnt und den Menschen hilft.

Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte Heinz Rühmann am 15. Januar 1994 in Thomas Gottschalks "Wetten, dass..?". Als Rühmann die Bühne betrat, gab es ein minutenlanges Standing Ovation, welches ihn zu Tränen rührte.

Keine neun Monate später starb Heinz Rühmann am 03. Oktober 1994.

Tod

Heinz Rühmann starb am 03. Oktober 1994 in Aufkirchen am Starnberger See. Auf seinen eigenen Wunsch hin wurde er nur einen Tag später, am 03. Oktober 1994, eingeäschert.

Rühmanns Urne wurde auf dem Dorffriedhof in Aufkirchen am 30. Oktober 1994 beigesetzt.

Filmpreise und Auszeichnungen

1938: Medaille (Internationale Filmfestspiele von Venedig) für seine schauspielerischen Leistungen in Der Mustergatte (1937)
1940: Ernennung zum Staatsschauspieler
1940: Ehrenmitgliedschaft des dänischen Fliegerclubs
1949: Sonderpreis (Internationale Filmfestspiele von Venedig) für seine geistvolle Darstellung der deutschen Nachkriegsverhältnisse in Berliner Ballade
1957: Golden Gate Award in der Kategorie "bester Schauspieler" in Der Hauptmann von Köpenick (1956)
1957: Kunstpreis der Stadt Berlin
1957: Filmband in Gold in der Kategorie "bester Hauptdarsteller" in Der Hauptmann von Köpenick (1956)
1959: Ernst-Lubitsch-Preis
1961: Preis der deutschen Filmkritik
1961: Filmband in Gold in der Kategorie "bester Hauptdarsteller" in Das schwarze Schaf (1960)
1962: Bambi
1963: Bambi
1964: Bambi
1965: Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
1965: Bambi
1966: Silberner Bildschirm der Zeitschrift TV-Hören und Sehen
1967: Goldener Bildschirm der Zeitschrift TV-Hören und Sehen
1967: Bambi
1968: Goldener Bildschirm der Zeitschrift TV-Hören und Sehen
1968: Bambi
1969: Bambi
1971: Bambi
1972: Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland mit Stern
1972: Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film
1972: Goldene Leinwand (Sonderpreis) für besondere Verdienste
1972: Ehrenmedaille der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO) für sein Lebenswerk
1972: Bambi
1973: Bambi
1977: Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland mit Stern und Schulterband
1977: Kultureller Ehrenpreis der Landeshauptstadt München
1978: Bambi
1981: Bayerischer Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst
1982: Silberner Chaplin-Stock des Verbandes Deutscher Filmkritiker
1982: Goldene Ehrenmünze der Landeshauptstadt München
1984: Bambi
1986: Bayerischer Filmpreis (Ehrenpreis)
1989: Ernennung zum Professor honoris causa für Kunst und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen
1990: Goldene Berolina
1992: Magdeburger Otto für sein Gesamtwerk
1994: Goldene Kamera für sein Lebenswerk (postum)
2006: Platz 1 in der ZDF-Reihe "Unsere Besten" in der Sendung "Lieblingsschauspieler"

Filmografie

1926: Das deutsche Mutterherz
1927: Das Mädchen mit den fünf Nullen
1930: Die Drei von der Tankstelle
1930: Einbrecher
1931: Der Mann, der seinen Mörder sucht
1931: Bomben auf Monte Carlo
1931: Meine Frau, die Hochstaplerin
1931: Der brave Sünder
1932: Der Stolz der 3. Kompanie
1932: Man braucht kein Geld
1932: Es wird schon wieder besser
1932: Strich durch die Rechnung
1933: Ich und die Kaiserin
1933: Lachende Erben
1933: Heimkehr ins Glück
1933: Drei blaue Jungs, ein blondes Mädel
1933: Alle machen mit
1933: Es gibt nur eine Liebe
1934: Die Finanzen des Großherzogs
1934: So ein Flegel
1934: Pipin, der Kurze
1934: Ein Walzer für dich
1934: Heinz im Mond
1934: Frasquita
1935: Der Himmel auf Erden
1935: Wer wagt - gewinnt
1935: Eva
1935: Der Außenseiter
1936: Liebe, Küsse, Hindernisse
1936: Allotria
1936: Wenn wir alle Engel wären
1936: Lumpacivagabundus
1937: Der Mann, von dem man spricht
1937: Der Mann, der Sherlock Holmes war
1937: Der Mustergatte
1938: Die Umwege des schönen Karl
1938: 5 Millionen suchen einen Erben
1938: 13 Stühle
1938: Nanu, Sie kennen Korff noch nicht?
1939: Der Florentiner Hut
1939: Paradies der Junggesellen
1939: Hurra, ich bin Papa!
1940: Kleider machen Leute
1941: Hauptsache glücklich!
1941: Der Gasmann
1941: Quax, der Bruchpilot
1942: Fronttheater
1943: Ich vertraue Dir meine Frau an
1944: Die Feuerzangenbowle
1947: Quax auf Fahrt
1948: Der Herr vom andern Stern
1949: Das Geheimnis der roten Katze
1949: Ich mach dich glücklich
1952: Das kann jedem passieren
1952: Wir werden das Kind schon schaukeln
1953: Keine Angst vor großen Tieren
1953: Briefträger Müller
1954: Auf der Reeperbahn nachts um halb eins
1955: Zwischenlandung in Paris (Escale à Orly)
1955: Wenn der Vater mit dem Sohne
1956: Charleys Tante
1956: Der Hauptmann von Köpenick
1956: Das Sonntagskind
1957: Vater sein dagegen sehr
1958: Es geschah am hellichten Tag
1958: Der Mann, der nicht nein sagen konnte
1958: Der Pauker
1958: Der eiserne Gustav
1959: Menschen im Hotel
1959: Ein Mann geht durch die Wand
1960: Der Jugendrichter
1960: Mein Schulfreund
1960: Der brave Soldat Schwejk
1960: Das schwarze Schaf
1961: Der Lügner
1962: Max, der Taschendieb
1962: Er kann's nicht lassen
1963: Meine Tochter und ich
1963: Das Haus in Montevideo
1964: Vorsicht Mr. Dodd!
1965: Dr. med. Hiob Prätorius
1965: Das Narrenschiff (Ship of Fools)
1965: Das Liebeskarussell
1966: Hokuspokus oder: Wie lasse ich meinen Mann verschwinden...?
1966: Geld oder Leben (La bourse et la vie)
1966: Maigret und sein größter Fall
1966: Grieche sucht Griechin
1967: Die Abenteuer des Kardinal Braun (Operazione San Pietro)
1968: Die Ente klingelt um halb acht
1971: Der Kapitän
1973: Oh Jonathan, oh Jonathan!
1977: Das chinesische Wunder
1977: Gefundenes Fressen
1992: Das bleibt das kommt nie wieder
1993: In weiter Ferne, so nah!
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