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Heidi Kabel - * 27. August 1914 - † 15. Juni 2010

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Leben in Daten

1914: am 27. August, geboren als Heidi Bertha Auguste Kabel in Hamburg
1932: erstes Engagement als Theaterschauspielerin an der Niederdeutschen Bühne Hamburg, später Ohnsorg-Theater
1937: Heirat mit Schauspieler Hans Mahler
1938: Filmdebüt im schwarzweiß Film "Ein Mädchen geht an Land"
1998: Abschied von der Theaterbühne
2002: letzter öffentlicher Auftritt anlässlich des siebzigjährigen Theaterjubiläums
2007: letzte Filmrolle in dem Spielfilm "Hände weg von Mississippi"
2010: am 15. Juni, Tod durch friedliches Einschlafen in Hamburg

Privatleben

Heidi Kabel wurde am 27. August 1914, als Heidi Bertha Auguste Kabel, in Hamburg geboren. Sie war die Tochter eines Hamburger Druckerei- und Verlagbesitzers, der zeitweise auch Vorsitzender des Vereins geborener Hamburger e.V. war. Ihre Mutter war eine normale Hausfrau.

1937 heiratete Kabel ihren Schauspielerkollegen Hans Mahler. Beide waren bis zu seinem Tod, 1970, verheiratet. Aus der gemeinsamen Ehe stammten drei Kinder, die Tochter Heidi Mahler (* 1944) und die beiden Söhne Jan Rasmus Mahler (* 1938) und Heiko Mahler (* 1942).

Heidi Mahler wurde wie ihre Mutter ebenfalls Schauspielerin am Ohnsorg-Theater. Und Heidi Kabel war bei fast jeder ihrer Premieren anwesend.

Kabel trat auch für ihr persönliches soziales Engagement hervor. 1992 sammelte sie am Hamburger Hafen Geld für die deutsche Sozialorganisation Aktion Sorgenkind. 1994 ging sie mit einer Petition zum Hamburger Senat, um auf die Abschiebung von jugoslawischen Familien von Kriegsflüchtlingen aufmerksam zu machen. Außerdem unterstützte sie das Kinderheim von St. Pauli, Hamburger Obdachlosenprojekte und den Tierpark Hagenbeck.

Im Jahr 2003 verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand. Daraufhin zog sie sich in eine Seniorenresidenz, in Hamburg-Othmarschen, zurück, in der sie bis zu ihrem Tod, am 15. Juni 2010, wohnte.

Karriere

Heidi Kabel sollte eigentlich Konzertpianistin werden. Aber dazu hatte sie nicht genug Talent.

1932 wurde sie von einer Freundin zu einem Vorsprechen, an der Niederdeutschen Bühne Hamburg, begleitet. Das Theater, welches plattdeutsche Stücke darbrachte und später Ohnsorg-Theater heißen sollte, gab ihr durch den Theatergründer, Richard Ohnsorg, das erste Engagement. Daraufhin nahm sie Schauspielunterricht und sollte über 66 Jahre auf der Bühne zu sehen sein. Ihre gesamte Schauspielkarriere war mit 75 Jahren deutlich länger.

Bereits 1938 gab Kabel ihr Filmdebüt in dem schwarzweiß Film "Ein Mädchen geht an Land".

Als Heidi Kabels Mann, Hans Mahler, 1949, Leiter des Ohnsorg-Theaters wurde, gab ihr dieses Ereignis einen bedeutenden Schub für ihre Karriere und ihre Rollen.

Eine große Bekanntheit erreichte sie ab 1954, als die Theateraufführungen des Ohnsorg-Theaters im Fernsehen übertragen wurden.

Kabel wurde auch als Sängerin bekannt. Dabei nahm sie einige Schallplatten, mit oftmals Hamburger Liedern, auf. Die bekanntesten sind An de Eck steiht’n Jung mit’n Tüdelband, Hamburg ist ein schönes Städtchen, In Hamburg sagt man Tschüß, Der Junge von St. Pauli und Kleine Möwe flieg nach Helgoland.

Der bekannteste Kinofilm, in dem sie eine Rolle bekleidete, war 1969, das Remake von "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins (1969)", mit Curd Jürgens in der Hauptrolle.

Im Alter von 84 Jahren nahm Heidi Kabel, 1998, ihren Abschied von der Bühne. Es war im Hamburger Kongresszentrum, in der Aufführung des Stückes "Mein ehrlicher Tag".

Sie trat noch gelegentlich als Sängerin und Entertainerin auf und hatte anlässlich ihres siebzigjährigen Theaterjubiläums, im Juni 2002, bei einer Galashow, einen ihrer letzten öffentlichen Auftritte.

Obwohl sich Kabel seit 2003 völlig aus der Öffentlichkeit zurück gezogen hatte, übernahm sie 2007 im Alter von 92 Jahren in Detlev Bucks Verfilmung von "Hände weg von Mississippi", eine kleine Rolle an der Seite ihrer Tochter Heidi Mahler.

Tod

Ab 2003 verschlechterte sich der Gesundheitszustand von Heidi Kabel. Daraufhin zog sie sich in eine von dem Hamburger Reeder und Mäzen, Ernst Jung, gestiftete Seniorenresidenz zurück.

Sie verstarb am 15. Juni 2010, im Alter von 95 Jahren. Die Trauerfeier fand 10 Tage später, am 25. Juni 2010, in der Hamburger St. Michaelis-Kirche, statt.

Heidi Kabel wurde auf dem Nienstedtener Friedhof in Hamburg neben ihrem Gatten, Hans Mahler, beigesetzt.

Filmpreise und Auszeichnungen

1967: Goldener Bildschirm, geteilt mit Heinz Rühmann
1972: Goldener Bildschirm, geteilt mit Schauspieler Erik Ode und Hörspielautor, Dramaturg und Schriftsteller, Franz Hiesel
1975: Goldene Europa
1981: Bürgermeister-Stolten-Medaille für Kunst und Wissenschaft, Hamburg
1982: Silberne Maske der Hamburger Volksbühne
1983: Richard-Ohnsorg-Preis
1985: Biermann-Ratjen-Medaille der Hansestadt Hamburg
1985: Goldene Kamera für ihre Arbeit im Ohnsorg-Theater
1986: Silbernes Blatt der Dramatiker Union
1986: Ehren-Schleusenwärter, Auszeichnung der Congregation der Alster-Schleusenwärter S.C.
1989: Bambi
1989: Ehrenmedaille für Kunst und Wissenschaft der Stadt Hamburg
1989: Hermann-Löns-Medaille in Platin für besondere Verdienste um die Volksmusik
1990: Bambi
1992: Ohnsorg-Verdienstmedaille
1993: Edelweiß in der Kategorie "volkstümliches Theater" von der Zeitschrift Frau im Spiegel, geteilt mit Willy Millowitsch
1994: Ehrenkommissarin der Hamburger Polizei
1997: Ehrenmitgliedschaft bei der Hamburger Volksbühne
2004: Ehrenmitgliedschaft im Ohnsorg-Theater
2004: Bambi

Filmografie

1938: Ein Mädchen geht an Land
1958: Das Mädchen mit den Katzenaugen
1960: Wenn die Heide blüht
1968: Otto und die nackte Welle
1969: Auf der Reeperbahn nachts um halb eins (1969)
1969: Klein Erna auf dem Jungfernstieg
1971: Zwanzig Mädchen und ein Pauker: Heute steht die Penne kopf
1972: Grün ist die Heide
2007: Hände weg von Mississippi
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